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Umfrage bestätigt Bildungsarbeit von Umwelt Management Austria

Umwelt- und Naturschutz: Themen – Herausforderungen – Angebote

Umwelt Management Austria hat sich dem Schutz von Natur und Umwelt sowie dem Schutz der Menschen vor schädlichen Umwelteinflüssen verpflichtet und will daher helfen, Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung in der Praxis von Unternehmen, Städten und Gemeinden, Verwaltung und sonstigen Institutionen vorteilhaft und zum allseitigen Nutzen zu verwirklichen.

Im postgradualen MSc-Lehrgang Management & Umwelt wird umfassendes, fachübergreifendes Wissen vermittelt. Fähigkeiten, das Erlernte in die Praxis umzusetzen, werden trainiert. Der postgraduale akademische Titel „Master of Science“ wird verliehen. Darüber hinaus werden zwei zusätzliche Zertifikate erworben, nämlich Energiebeauftragter und Energieauditor nach § 17 (1) EEffG sowie Abfallbeauftragter nach § 11 AWG 2002.

Im Jahr 2017 startet der 26. Lehrgang Management & Umwelt (der genaue Termin wird noch bekannt gegeben). Das Angebot wird derzeit modernisiert und soll die aktuellen Wünsche und Bedürfnisse von Unternehmen, Städten und Gemeinden und sonstigen Organisationen optimal erfüllen.

Um auf diese Wünsche eingehen zu können, wurden ca. 9.000 Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen, Städten und Gemeinden sowie diversen sonstigen Organisationen eingeladen und gebeten, ihre Erfahrungen, Perspektiven, Wünsche, Anregungen, … durch die Teilnahme an einer Umfrage einzubringen. 192 Organisationen sind dieser Bitte nachgekommen. Im Folgenden werden die wichtigsten Ergebnisse dargestellt, der gesamte Fragebogen findet sich unter nachfolgendem Link.

Die erste Frage war den großen Herausforderungen mit Umweltbezug der nächsten Jahre und Jahrzehnte gewidmet. Neben 23 vorgegebenen Antwortmöglichkeiten bestand auch die Möglichkeit, über „Sonstiges“ weitere Herausforderungen anzuführen. Auch „keine Angabe“ konnte gewählt werden.

Die nach Meinung der Organisationen größten Herausforderungen sind „Klimawandel“ mit 66%, „Verkehr und Mobilität“ mit 61%, „Sauberes Wasser“ mit 54% und „Energieversorgung“ mit 51%. In Abbildung 1 ist die Auswertung aller Antwortmöglichkeiten dargestellt.


Abbildung 1: Nennungen betreffend Herausforderungen aus Sicht aller „Organisationen“

Die Auswertungen nach Gemeinden, Unternehmen und Sonstigen Einrichtungen zeigen unterschiedliche Einschätzungen. Die Gemeinden betrachten „Sauberes Wasser“ und „Verkehr und Mobilität“ mit jeweils 68% als die größten Herausforderungen, gefolgt von „Klimawandel“ und „Biodiversität“ mit jeweils 53%. Von den Unternehmen wird „Klimawandel“ mit 70% als die größte Herausforderung betrachtet, gefolgt von „Verkehr und Mobilität“ mit immerhin noch 52%. Alle anderen Herausforderungen wurden von weniger als der Hälfte der Teilnehmer dieser Gruppe genannt. Auch von den Sonstigen Einrichtungen wird „Klimawandel“ mit 66% als größte Herausforderung gesehen, gefolgt von „Verkehr und Mobilität“ mit 63%, „Energieversorgung“ mit 57% und „Sauberes Wasser“ mit 55%.

Unternehmen sehen vergleichsweise weniger Herausforderungen, die Gemeinden sehen in der Erhaltung der Biodiversität eine größere Herausforderung als die beiden anderen Gruppen.


Bei der zweiten Frage ging es um jene Qualifikationen, die zur Bewältigung der Herausforderungen der nächsten Jahre und Jahrzehnte benötigt werden. Dabei wurden die Teilnehmer gebeten, die 27 vorgegebenen Qualifikationen nach „In meiner Institution sehr wichtig“, „Am Arbeitsmarkt gut verfügbar“ und „Aus- und Weiterbildung notwendig“ zu beurteilen, wobei auch hier die Option „keine Angabe“ zur Verfügung stand. Diese Frage wurde von 133 Organisationen beantwortet.

Als „In meiner Institution sehr wichtig“ wurden von den Teilnehmern am häufigsten „Soziale Kompetenz“ und „Verbesserte Kontakte“ mit jeweils 53% genannt, gefolgt von „Nachhaltigkeit“ mit 50%. Als „Am Arbeitsmarkt gut verfügbar“ wurde vor allem „Projektmanagement“ mit 39% bezeichnet, gefolgt von „Prozessmanagement“ und „Gefahrgut (korrekter Umgang)“ mit jeweils 32%. Als Bereiche, in denen „Aus- und Weiterbildung notwendig“ sind, wurden vor allem „Nachhaltiges Produktdesign“ mit 48% genannt, aber auch „Kohlenstoffarme Industrie“ mit 34% und „Kreislaufwirtschaft“ mit 33%. In den folgenden Abbildungen sind die Ergebnisse für alle Qualifikationen dargestellt. 

Abbildung 2: Reihenfolge der in den Institutionen wichtigen Qualifikationen

 

Abbildung 3: Reihenfolge der am Arbeitsmarkt gut verfügbaren Qualifikationen

Abbildung 4: Reihenfolge der Bereiche, in denen Aus- und Weiterbildung notwendig sind

Ein teilweise deutlich anderes Bild ergibt sich, wenn man wieder die einzelnen Gruppen betrachtet. In den Gemeinden sind die wichtigsten Qualifikationen „Praxisumsetzung“ mit 75% und „Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit“ mit 70%. Danach folgen „Abfallvermeidung und Abfallmanagement“ mit 67% sowie „Erneuerbare Energie“ und „Klimaschutz“ mit jeweils 64%. Als am Arbeitsmarkt gut verfügbar sehen die Gemeinden „Wasserwirtschaft“ mit 45%, „Kreislaufwirtschaft“ mit 36% und „Energiewirtschaft in Österreich“ mit 30%. Als Bereiche für Aus- und Weiterbildung wurden vor allem „Nachhaltiges Produktdesign“ mit 64% und „Innovation“ mit 54% gesehen, aber auch „Kreislaufwirtschaft“ mit 45%.

In den Unternehmen besonders wichtige Qualifikationen sind „Prozessmanagement“ mit 60% und „Verbesserte Kontakte“ mit 58%, gefolgt von „Innovation“ und „Risikomanagement“ mit jeweils 56%. Als am Arbeitsmarkt gut verfügbare Qualifikationen werden „Gefahrgut (korrekter Umgang)“ (42%), „Projektmanagement“ (40%) und „Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit“ (36%) gesehen, während als Bereiche, in denen Aus- und Weiterbildung notwendig ist, „soziale Kompetenz“ (38%), „Kohlenstoffarme Industrie“ und „Praxisumsetzung“ (je 36%) sowie „Nachhaltiges Produktdesign“ (35%) gesehen werden.

Die Sonstigen Einrichtungen betrachten „Soziale Kompetenz“ (55%), „Verbesserte Kontakte“ (52%) und „Energieeffizienz“ (50%) als wichtige Qualifikation in ihren Institutionen. Als am Arbeitsmarkt gut verfügbar werden „Projektmanagement“ (41%), „Prozessmanagement“ (40%) und „Abfallvermeidung und Abfallmanagement“ (32%) betrachtet, während in den Bereichen „Nachhaltiges Produktdesign“ (50%), „Mobilitätsmanagement“ und „Kohlenstoffarme Industrie“ (je 35%) Bedarf an Aus- und Weiterbildung gesehen wird.

Dass hier die Angaben der einzelnen Gruppen voneinander abweichen, ist aufgrund der unterschiedlichen Bedürfnisse naheliegend. Dennoch sehen alle Bedarf an Aus- und Weiterbildung im Bereich „Nachhaltiges Produktdesign“, von den Gemeinden wird dieser Punkt nicht nur als erster gereiht, sondern mit 64% auch ungewöhnlich hoch „bewertet“.


Die dritte Frage war der Bewertung von acht Statements auf einer vierteiligen Skala von „Trifft sehr zu“ bis „Trifft gar nicht zu“ gewidmet. Diese Bewertungen wurden von 127 Organisationen vorgenommen, die Ergebnisse der Auswertung sind in Abbildung 5 dargestellt.


Abbildung 5: Bewertung der acht Statements von „Trifft sehr zu“ bis „Trifft gar nicht zu“

Um diese Frage noch etwas näher auszuwerten, wurden „Trifft sehr zu“ gleich 1, „Trifft eher zu“ gleich 2, „Trifft eher nicht zu“ gleich 3 und „Trifft gar nicht zu“ gleich 4 gesetzt und die Mittelwerte der Beurteilungen gebildet.

Nach diesem Schema ergibt sich für das Statement „Interdisziplinär ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in der heutigen Zeit von großer Bedeutung.“ eine Bewertung mit 1,3 und damit die „beste“ Bewertung von allen. Die „schlechteste“ Bewertung erhielt mit 2,9 die Aussage „In Krisenzeiten darf bei Investitionen in die Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht gespart werden.“. Die Statements „Effizientes Umweltmanagement bringt Wettbewerbsvorteile.“, „Die Investition in Weiterbildung rechnet sich durch den späteren Mehrwert der Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter.“ und „Auch Nicht‐Akademikerinnen bzw. Nicht-Akademiker sollten aufgrund ihrer Praxiserfahrung die Chance auf postgraduale Weiterbildung haben.“ wurden alle mit 1,6 bewertet.

Bei der fünften Frage ging es darum, was von der Umsetzung einer Ausbildung in die Praxis erwartet wird. Neben 12 ausformulierten Erwartungen konnten auch hier über „Sonstiges“ weitere Erwartungen bekannt gegeben werden. Auch die Möglichkeit „keine Angabe“ zu machen war gegeben.

Insgesamt 122 Organisationen beantworteten diese Frage. Am häufigsten wird „interdisziplinäres, praxisorientiertes Wissen und Informationen über aktuelle Entwicklungen“ (67%) erwartet, gefolgt von „gesteigerte Mitarbeitermotivation und Zufriedenheit von Mitbürgern und Mitarbeitern“ (65%) und „Praxiserfahrung und innovative Lösungen“ (62%). Weitere Erwartungen, die häufig an die Umsetzung von Aus- und Weiterbildung gestellt werden, sind „Synergieeffekte durch die Integration von Qualitäts-, Umwelt-, Arbeitssicherheits-, Gesundheits- und Risikomanagement“ (61%), „Legal Compliance – Erfüllung aller Rechtsvorschriften“ (56%) und „Kostensenkung durch Prozessoptimierungen und effizienten Umgang mit Materialien und Energie“ (55%). In Abbildung 6 ist die Auswertung im Detail dargestellt.

Abbildung 6: Erwartungen an die Umsetzung einer Ausbildung in die Praxis

Abschließend wird noch der vierte Punkt von Frage sieben dargestellt. Hier wurde nochmals gefragt, welche Personengruppen Zugang zu einem Lehrgang haben sollten. Von den 119 Organisationen, die diese Frage beantwortet haben, waren 50% der Meinung „Alle“, 22% gaben „Nicht-Akademikerinnen bzw. Nicht-Akademiker und Berufserfahrung“ an und 3% „Akademikerinnen bzw. Akademiker“. 9% machten „keine Angabe“. In Abbildung 7 ist die Auswertung noch graphisch dargestellt.

 

Abbildung 7: Antworten betreffend den Lehrgangs-Zugang von Personengruppen

Im Rahmen von Frage 3 wurde das Statement „Auch Nicht‐Akademikerinnen bzw. Nicht-Akademiker sollten aufgrund ihrer Praxiserfahrung die Chance auf postgraduale Weiterbildung haben.“ von 60% mit „Trifft sehr zu“ und von 25% mit „Trifft eher zu“ bewertet. Wenn man hier die Antworten mit „Alle“ und „Nicht-Akademikerinnen bzw. Nicht-Akademiker und Berufserfahrung“ addiert, so liegt man mit 72% recht genau in der Mitte.

Die Ergebnisse der Umfrage bestätigen das Konzept des MSc-Lehrgangs Management & Umwelt. Im Lehrgang werden nicht nur die größten Herausforderungen wie beispielsweise „Klimawandel“ oder „Verkehr und Mobilität“ thematisiert, es werden auch jene Qualifikationen trainiert, die in den Institutionen eine wichtige Rolle spielen (z. B. soziale Kompetenz, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit), und Bereiche, in denen Bedarf an Aus- und Weiterbildung gesehen wird (z. B. nachhaltiges Produktdesign, ökologische Grundlagen), abgedeckt.

Darüber hinaus liefert die Umfrage aber auch wertvolle Impulse für die Gestaltung des Lehrgangs 26. So wird beispielsweise das Lehrangebot in den Bereichen Ressourceneffizienz, nachhaltiges Produktdesign, Kreislaufwirtschaft, low carbon industry und supply chain management erweitert und vertieft. Auch das Innovationstraining wird intensiviert, um die Bedürfnisse und Wünsche der Organisationen noch besser abzudecken.

Nähere Informationen zum postgradualen MSc-Lehrgang Management & Umwelt: http://www.uma.or.at/lehrgang.html