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Umwelt Management Austria: „Grüner“ Wasserstoff ist hochwertig aber rar: Hilfreich in der Industrie, Vergeudung bei Raumwärme oder beim PKW-Verkehr.

Fachdialog „,grünes‘ Gas? H2 oder CH4 – Hauptsache Strom!“ am 10.07.2019

An die hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnte Geschäftsführer Prof. Dr. Reinhold Christian beim Fachdialog begrüßen und sich über das große Interesse an Fragen zur Wasserstoff-Initiative der Bundesregierung freuen.

Magister Streitner, Abteilungsleiter VI/1, BMNT, gab in seinem Vortrag Einblicke in die vielfältigen Aktivitäten zur Entwicklung dieser Wasserstoff-Initiative. Diplomingenieur Rupert Christian, wissenschaftlicher Mitarbeiter von Umwelt Management Austria, stellte Technologien zu Gewinnung, Transport und Lagerung dar und verglich Gesamtwirkungsgrade von Umwandlungs- und Einsatzketten in den Bereichen Raumwärme und Verkehr.

Florian Maringer, Geschäftsführer Erneuerbare Energie Österreich, skizzierte die erforderlichen Strommengen für die Erzeugung von Wasserstoff und ging auf diesbezügliche wirtschaftliche und auch politische Aspekte ein. Er betonte, dass Energie effizient eingesetzt werden muss und Technologien anhand ihres Beitrags und Nutzens für das Gesamtsystem beurteilt werden sollten.

Fazit: „Grüner“ Wasserstoff ist vielseitig einsetzbar. Sein hoher Exergiegehalt prädestiniert ihn für spezifische Zwecke z.B. in der energieintensiven Industrie. „Gewinnung, Transport, Speicherung und Umwandlung sind aber verlustreich, sodass sich geringe Gesamtwirkungsgrade ergeben. Der Einsatz für Raumwärmebereitstellung oder in Pkws sowie leichten Nutzfahrzeugen ist möglich, stellt aber u.a. wegen der niedrigen Wirkungsgrade im Vergleich zur Wärmepumpe (Raumwärme) bzw. Elektromobilität Vergeudung einer äußerst wertvollen Ressource dar,“ erläuterte Rupert Christian.


Das derzeit eingesetzte Erdgas überall durch Wasserstoff, synthetisches Methan oder Biogas zu ersetzen, wird nicht möglich sein. Die Potenziale Erneuerbarer sind zu klein. „Eine hemmungslose Nutzung erneuerbarer Energien würde überdies zu Naturzerstörung und zu Verschwendung von Geld und natürlichen Ressourcen führen“ unterstrich Reinhold Christian und zeigte sich besorgt: „Letztlich würde dieser Versuch bewirken, dass doch wieder Erdgas auf Dauer eingesetzt wird. Damit wäre auch klar, dass die Vereinbarung von Paris in Österreich nicht umgesetzt wird.“

Angesichts der Ressourcenproblematik waren sich Referenten, Moderator und wohl alle Personen im Saal einig darin, dass der Energieeffizienz besonderes Augenmerk zu schenken ist. Vielfach wurde auch die Unterstützung der notwendigen Reduktion des Energieverbrauchs durch eine Energie- und CO2-Steuer befürwortet.

Abschließend bedankte sich Prof. Dr. Reinhold Christian beim Publikum und besonders bei den drei Vortragenden. Umwelt Management Austria werde sich weiterhin intensiv mit der Thematik Klimaschutz, Nationaler Energie- und Klimaplan sowie Langzeitstrategie befassen. Der nächste Schritt ist die Veranstaltung „Nationaler Energie- und Klimaplan: Ziele und Verpflichtungen“ am 18. September.

 

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